Best Ager
Neulich war ich im Gespräch mit einem Mann, der vor einiger Zeit aus dem Berufsleben ausgeschieden ist. Über viele Jahre hat er als Führungskraft eine große Abteilung in einem Unternehmen geleitet. Bei bester Gesundheit engagiert er sich nun in der Diakonie. Er bringt seine Kontakte, sein Fachwissen und auch seine Erfahrung ein. „Ich genieße es, nun Verabredungen ganz ohne Termindruck machen zu können.“
Menschen wie diese tun der Diakonie gut. Manchmal ist guter Rat teuer, auch in den kleinen Projekten der Gemeindediakonie. Ehrenamtliche sind umworben.
Es gibt in der Soziologie die unterschiedlichsten Fachbezeichnungen für diese Gruppe: Generation 59plus, Silver Surfer, Best Ager, Golden Oldies zum Beispiel. Das sind bunte Sprachschöpfungen für die „junggebliebenen Alten“.
Man hört heraus: diese Altersphase ist mit einem neuen Optimismus belegt. Sie wird ja wirklich durch die gute Gesamtversorgung häufig zu einer aktiven, mit neuen Zielen belegten Zeit.
Auch wenn in den Begrifflichkeiten durchaus täuschen, denn das Lebensalter hinterlässt bei jedem seine Spuren – es ist spannend, Menschen zu erleben, die sich auf einen neuen Weg einlassen. Die also nicht nur durch das Leben „surfen“ wollen, sondern ihre Zeit für die Menschen einbringen, die an den Rand geraten sind oder vielleicht nie die Lebenschance hatten, die ihnen selbst vergönnt war.
Wenn dann noch die Freude, der Spaß an der Sache dazukommt, dann ist es richtig gut – für Manche vielleicht sogar ein „Best Ager“.
Martin Bergau