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Schuldnerberatung fordert bezahlbaren Wohnraum

Bundesweite „Aktionswoche Schuldnerberatung“: Albtraum Miete

Aktionstag Schuldnerberatung 2019
Aktionstag Schuldnerberatung 2019

Hannover. Mit einem gemeinsamen Aktionstag in der Innenstadt Hannovers wiesen Schuldnerberater der Diakonie, Caritas und AWO am Dienstag, 4. Juni 2019, auf die zunehmenden Wohnungsprobleme von Geringverdienern und Hartz-4-Empfängern hin. Bei dem Aktionstag informierten die Schuldnerberater an einem „Wohnzimmer“-Stand auf dem Platz der Weltausstellung von 12 bis 16 Uhr und standen für Gespräche bereit. Neben weiteren Aktionen konnten Passanten beispielsweise mit Klebepunkten verdeutlichen, wie viel Prozent ihres Einkommens sie für Miete aufwenden müssen.

Die Schuldnerberater stellen fest, dass die Mietpreise vielfach zu hoch sind und ein immer größerer Teil des Einkommens für Wohnraum aufgewendet werden muss. Viele Mieter geraten auch deshalb in eine Schuldensituation. Und wer bereits überschuldet ist, findet kaum eine Wohnung, denn zunehmend verlangen Vermieter und auch gemeinnützige Wohnungsunternehmen eine Schufa-Auskunft des Wohnungsuchenden. „Auch wenn diese Auskunft nur Schulden aus Telefonverträgen oder Warenbestellungen ausweist, verweigern Vermieter häufig den Abschluss einen Mietvertrages mit Hinweis auf die Schufa-Auskunft“, sagte Thomas Franzen, Schuldnerberater beim Diakonieverband Hannover-Land. Auch das Forderungspapier, das die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der (Wohlfahrts-)Verbände (AG SBV) anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung herausgegeben hat, warnt vor einer Stigmatisierung der Mietinteressenten auf Grund der Schufa-Auskunft.

Die Aktionswoche vom 3. bis 7. Juni steht unter dem Motto „Albtraum Miete“. Sie stellt das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum in den Mittelpunkt und richtet sich unter den Stichworten „Wohnraum finden - Wohnraum erhalten - Wohnraum sichern“ an verschiedene Adressaten. So müsse der Sektor des gemeinwohlorientierten und sozialen Wohnungsbaus nach Auffassung der AG SBV erheblich gestärkt werden, damit mehr bezahlbare Mietwohnungen geschaffen und dann auch erhalten würden. Die Schufa solle Überschuldete im Insolvenzverfahren nicht mit einer schlechteren „Benotung“ abstrafen, da dieses Verfahren eine Form der Schuldenregulierung und somit nichts Negatives sei. Auch sollten sich die Negativmerkmale von Auskünften für Vermieter auf Miet- und ähnliche Schulden beschränken, fordern auch die Schuldnerberater von Diakonie, Caritas und AWO.

Die Aktionswoche Schuldnerberatung findet mit wechselnden Themenschwerpunkten jedes Jahr im Juni statt.

Aktionstag Schuldnerberatung 2019
Aktionstag Schuldnerberatung 2019

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