Woche(n) der Diakonie 2026
Zusammen

Unter dem Motto “Zusammen” wird die Woche der Diakonie vom 6. - 13. September 2026 stattfinden. Der Eröffnungsgottesdienst findet am 6. September 2026 in Burgdorf statt.
Vorab gibt es hier schon einmal ein Interview zum Thema:
Seit über zwei Jahrzehnten beteiligt sich der Diakonieverband Hannover-Land an der Woche der Diakonie. Jahr für Jahr nutzen die diakonischen Einrichtungen und verschiedene Kirchengemeinden der fünf zum Verband gehörenden Kirchenkreise die Aktionswoche, um diakonisches Engagement sichtbar zu machen, neue Impulse zu setzen und all jenen zu danken, die sich mit Leidenschaft und Einsatz einbringen. Über die aktuellen Planungen - und über Formate, die man vielleicht nicht wiederholen möchte - hat André Lang, Referent bei der Diakonie in Niedersachsen mit Janet Breier gesprochen. Sie ist Kirchenkreissozialarbeiterin im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf und begleitet die Veranstaltungswoche in der Region Hannover seit inzwischen mehr als 18 Jahren in unterschiedlichen Funktionen.
André Lang: Ihr seid seit über zwanzig Jahren jedes Jahr aktiver Teil der Woche der Diakonie in Niedersachsen. Was motiviert Euch und wie gestaltet Ihr den jährlichen Planungszyklus?
Janet Breier: Am Jahresanfang warten alle auf den Link zur Webseite mit dem neuen Thema der Woche der Diakonie sowie den ersten Materialien des Landesverbands. Anschließend starten wir mit einem Treffen der Diakoniebeauftragten der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf. Dort rufen wir dazu auf, sich in den einzelnen Gemeinden mit dem jeweiligen Jahresthema auseinanderzusetzen.
Neu eingeführt habe ich regelmäßige Projekttreffen im Abstand von acht Wochen - zusätzlich zu den üblichen Sitzungen mit Protokoll und aktuellen Themen. Bei diesen zweistündigen Treffen arbeite ich gemeinsam mit den Diakoniebeauftragten ausschließlich an bestehenden und neuen Projekten. Wir analysieren, was gut gelungen ist und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Diese Form der Zusammenarbeit kommt sehr gut an, stärkt den Wissenstransfer zwischen den Gemeinden und lässt die Gruppe der Beauftragten weiter zusammenwachsen. Unser nächstes Projekttreffen wird sich natürlich ganz dem Thema #zusammen und der Woche der Diakonie widmen. Das empfinde ich als sehr wertvoll, und ich freue mich schon darauf.
Unser Ziel ist es, die Planungen vor den Sommerferien abzuschließen, um genügend Zeit für die Öffentlichkeitsarbeit zu haben. Der gesamte Planungszyklus erstreckt sich damit von Mitte Februar bis Mitte Juni. Bis dahin liegen uns in der Regel die Rückmeldungen der Kirchengemeinden vor, die wir in unseren Flyer aufnehmen. Verzögert eingehende Beiträge werden zusätzlich über unsere Homepage beworben.
Gibt es Herausforderungen?
Eine der größten Herausforderungen bleibt, in jeder Kirchengemeinde eine Diakoniebeauftragte oder einen Diakoniebeauftragten zu finden, die unsere Arbeit aktiv begleiten und unterstützen. In den Gemeinden, in denen dieses Amt nicht besetzt ist, gehe ich gezielt auf die Verantwortlichen zu und biete meine Unterstützung bei der Suche an.
Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise im Rahmen der Woche der Diakonie einen Gottesdienst gefeiert, in dem die Diakonie ganz bewusst im Mittelpunkt stand. Dabei haben wir das Amt der Diakoniebeauftragten vorgestellt und gezielt dafür geworben.
Welche Botschaft ist Euch bei einer solchen Veranstaltung besonders wichtig?
Aus Liebe. Die Liebe ist die Grundlage unseres Wirkens und für mich eine Herzensangelegenheit. Bei der Woche der Diakonie mit diesem speziellen Thema hatten wir vor drei Jahren knallrote Wachskerzen in Herzform, die wir überall im Kirchenkreis verteilt haben. Das war sehr schön.
Aus Liebe - das steht für mich für alles.
Gib es Formate, die sich bewährt haben?
Losgelöst von der Woche der Diakonie: Was immer funktioniert, ist essen. Essen ist kommunikativ. Wir haben hier in Neustadt beispielsweise das Migrationszentrum Hope. Dort begleiten wir Geflüchtete, die sich wiederum unter der Überschrift „Ich möchte etwas zurückgeben“ inzwischen oft selbst ehrenamtlich engagieren - im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Gleichzeitig möchten wir, dass die Jugendlichen der Evangelischen Jugend Menschen mit Fluchterfahrung auch einmal direkt wahrnehmen. Dafür haben wir ein Format entwickelt, bei dem Jugendliche und Geflüchtete sich beim gemeinsamen Essen begegnen. Das haben wir inzwischen dreimal durchgeführt: Es wurde bereits ukrainisch, kolumbianisch und deutsch gekocht. Entscheidend sind dabei immer das Zusammensein und das gegenseitige Kennenlernen.
Etwas zusammen machen, etwas zusammen genießen und sich dabei kennenlernen. Das ist so kostbar. Essen verbindet - egal in welchem Format. In Neustadt gibt es dafür verschiedene regelmäßige Angebote, zum Beispiel das gemeinsame Kochen in der Begegnungsstätte oder das Suppenessen am Freitagmittag im Gemeindesaal - weil niemand gerne alleine isst.
Und speziell zur Woche der Diakonie?
Ein Highlight in der Woche der Diakonie war im vergangenen Jahr unsere Spaghetti-Kirche zugunsten der Neustädter Tafel. Es hätten zwar mehr Menschen da sein können, aber diejenigen, die da waren - das war so intensiv, dass ich sagen kann: Alles richtig gemacht. Sehr unterschiedliche Menschen - auch Jugendliche - waren im Gottesdienst, haben mitgemacht und sich eingebracht. Es gab besondere Musik, und am Ende haben alle zusammen Nudeln gegessen. Das hat wirklich Freude gemacht. Ich möchte nun schauen, an welcher Stellschraube ich beim nächsten Mal drehen kann, um noch mehr Menschen zu erreichen.
Außerdem haben wir uns in der Woche der Diakonie zuletzt in Neustadt und Wunstorf mit unseren Angeboten jeweils einen ganzen Tag lang direkt vor die Stadtkirche gestellt - mit Kaffeemaschine und Sitzecke. Verschiedene diakonische Angebote waren im Stundentakt präsent. In Wunstorf war das besonders eindrücklich: An einem Samstag hatten wir durchgehend Gespräche. In Neustadt war der Zulauf an einem Montag dagegen geringer. Da steckt man manchmal nicht drin. Die Erfahrungen haben wir mit dem Diakonie- und Seelsorgeausschuss betrachtet, der diese beiden Tage auch organisiert hat.
Gibt es ein Format, das Ihr nicht noch einmal machen würdet?
Ja. Die diakonischen Abendandachten mit anschließendem Imbiss im Mehrgenerationenhaus Wunstorf und in der Begegnungsstätte Silbernkamp in Neustadt würden wir so nicht wiederholen. Es kamen wenige Menschen, meist nur der innere Zirkel, der ohnehin immer da ist. Das hat die Leute einfach nicht vom Sofa geholt.
Gibt es bereits Ideen für dieses Jahr?
Natürlich wird es wieder die klassischen Veranstaltungen geben, die einfach dazugehören. Der Open-Air-Gottesdienst oder das Frauenfrühstück mit diakonischem Input - das ist Tradition und das ist gut so.
Aber ich möchte mehr Menschen mitnehmen und insbesondere auch Jugendliche oder junge Erwachsene erreichen. Dafür braucht es immer wieder neue Ideen. Vielleicht eine Church-Night - ein anderes gottesdienstliches Format: eine dunkle Kirche, Käse und Wein, vielleicht auch ein alkoholfreier Sommercocktail, schöne Musik und eine diakonische Andacht zur Nacht. Eventuell mit unserer Jugendband, die regelmäßig Worshipnights organisiert, zu denen über hundert Gottesdienstbesucher*innen kommen. Und wenn ich an so ein Format denke, dann denke ich es gleich für Neustadt und Wunstorf. Das nehme ich in die Planung mit den Diakoniebeauftragten hinein - und ich weiß auch schon, wen ich dafür ansprechen muss. Darauf freue ich mich schon heute.
Warum sollten sich auch andere diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden stärker zur Woche der Diakonie engagiere.
Ich ziehe immer los und sage: Diakonie ist Kirche. Aber wo erreichen wir in der Kirche heute noch Menschen? Das sind nicht die Gottesdienste am Sonntagmorgen, sondern die vielfältigen diakonischen Angebote - unabhängig davon, ob es Gemeindediakonie oder Verbandsdiakonie ist. Diese Angebote finden aus Liebe zum Menschen statt.
Deshalb lohnt es sich hinzusehen: Wen habe ich vor Ort? Wen kann ich mitnehmen? Neben den traditionellen Formaten ist so viel mehr möglich. Die Woche der Diakonie bietet eine wunderbare Gelegenheit, Menschen zu begegnen, Neues auszuprobieren und sich gemeinsam zu zeigen.
Vielen Dank für das Gespräch!
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