^
Navigation öffnen

Probleme mit Pfändungsschutzkonten

Schuldnerberatung fordert Politik zum Handeln auf

Trotz eindeutig geregelter gesetzlicher Vorgaben erleben viele verschuldete Menschen weiterhin große Schwierigkeiten mit ihren Pfändungsschutzkonten (P?Konten). Kontoumwandlungen erfolgen verspätet, gesetzliche Freibeträge werden nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben bleiben blockiert. „Das muss sich ändern“, sagt Sabine Querengässer, Schuldner- und Insolvenzberaterin in Barsinghausen und Ronnenberg.
„Der Diakonieverband Hannover-Land fordert daher entschlossenes Handeln der Politik, um den Pfändungsschutz wirksam durchzusetzen“, sagt Elena Veith, Leiterin der Schuldnerberatung. Sie stellt sich hinter eine Forderung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). In ihrer Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni 2026 unter dem Motto ´Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P?Konto zum Problemkonto wird´ macht sie auf anhaltende Missstände beim Pfändungsschutzkonto aufmerksam. Nach Angaben der AG SBV, der auch der Diakonieverband Hannover-Land angeschlossen ist, gibt es in Deutschland monatlich rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen.

Wie komme ich an mein Geld? - diese Frage hören die Mitarbeitenden in der Schuldnerberatung regelmäßig“, sagt Wiebke Peltzer von der Beratungsstelle in Burgdorf, zuständig auch für Lehrte, Sehnde und Uetze. „Wenn Banken gesetzliche Regelungen nicht korrekt umsetzen, kann das existenzielle Folgen haben: Mieten werden nicht bezahlt, Energieabschläge nicht abgebucht, der Lebensunterhalt ist nicht gesichert. Das P?Konto muss den Schutz bieten, den das Gesetz vorsieht“, so Peltzer.“

Rieke Kauer aus der Beratungsstelle in Springe erläutert: „Das Pfändungsschutzkonto schützt automatisch einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag. Für Menschen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebenslagen können erhöhte Freibeträge gelten.“ In der Praxis frieren Banken bei einer Kontopfändung das Guthaben auf dem Girokonto zunächst ein. „Betroffene müssen dann aktiv die Umwandlung in ein P?Konto beantragen. Ohne schnelle und korrekte Unterstützung durch Kreditinstitute, Schuldnerberatungsstellen oder Behörden steht zeitweise kein Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente zur Verfügung“, so Kauer weiter. Die AG SBV kritisiert zudem rechtliche Unklarheiten, etwa beim Pfändungsschutz bestimmter Sozialleistungen wie Wohngeld oder Unterhaltsvorschuss. „Diese führen häufig zu Zuständigkeitsstreitigkeiten, Verzögerungen und zusätzlicher Belastung für Betroffene“, sagt Sabine Querengässer.

„Der Gesetzgeber muss den staatlichen Schutz des P?Kontos als soziales Sicherungsinstrument endlich wirksam gewährleisten“, fordert Elena Veith. Nötig seien klare Standards für Banken, barrierearm erreichbare Ansprechstellen, geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Rechtsverstößen. Auch beim Basiskonto, das jedem Verbraucher einen Anspruch auf ein Girokonto sichern soll, sieht die AG SBV erheblichen Handlungsbedarf. „Ein Konto ist elementarer Bestandteil der Existenzsicherung“, betont Veith. Kreditinstitute müssten Basiskonten aktiv anbieten. Verstöße seien wirksam zu sanktionieren. „Nur mit klaren, durchgesetzten Regeln wird der Zugang zu Giro? und Pfändungsschutzkonten unkompliziert und selbstverständlich“, so Veith weiter.

Spendenkonto

Siegel

Empfänger: Kirchenamt in Ronnenberg
IBAN: DE26 5206 0410 0000 0063 27
BIC: GENODEF1EK1 (Evangelische Bank)
Weitere Spendenmöglichkeiten

Geschäftsführung: Jörg Engmann / Sandra Heuer

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code